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| Aufnahme der gestrigen Proteste und Aufruf sich heute wieder auf dem Plaza del Neptuno zu versammeln. |
Dies ist zwar nicht unbedingt ein politisches Blog, aber es macht mich schon ein wenig stutzig, wenn ich in deutschen Medien die wenigen Berichte über die Proteste in Spanien lese. Erstmal bin ich über die geringe Anzahl im Gegensatz zu eher boulevardesken Themen erstaunt, aber noch mehr über die falschen Fakten. Es scheint, als werden nur die offiziellen Verlautbarungen wiedergekäut und keiner kritischen Betrachtung unterzogen. Wer wirklich ein, zwei Videos auf Youtube und Fotos über die Proteste von gestern gesehen hat, kann schon mit bloßem Auge erkennen, dass es sich hierbei um mehr als 3000 bis 6000 Menschen handeln muss.
Hier eine kleine Chronik der Proteste des gestrigen Abends in Madrid:
Am Anfang des Videos scheint Gewalt auch von einigen der Protestler auszugehen, doch heute musste die Polizei eingestehen, dass sie V-Männer unter den Demonstranten hatte, die genau in der Gruppe waren, die zur gewaltätigen Reaktion der Polizei führte. In diesem kurzen Video enttarnt sich ein V-Mann selber mit den Worten, dass er eine Kollege ist:
Der Artikel zu dem Video (auf Spanisch): http://www.huffingtonpost.es/2012/09/26/policias-infiltrados-en-e_n_1915348.html?utm_hp_ref=spain
Wer des Spanischen mächtig ist hier ein Link zu einem Artikel der Huffington Post Spanien über die Proteste und den Kellner Alberto Casillas Asenjo, der Protestanten Zuflucht in der Cafeteria Prado gewährt und den Polizisten den Zugang verwehrt hat: http://www.huffingtonpost.es/2012/09/26/camarero-protegiendo-a-manifestantes_n_1915380.html
Die unglaubliche Gewalt, die von den Polizisten ausgeübt wird, macht einfach nur fassungslos, traurig und wütend. Besonders, weil sie gegen Menschen gerichtet wird, die einfach Gebrauch von ihrem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit machen. Die Szenen erinnern zeitweise eher an einen Bürgerkrieg. Diesen massiven Gewalteinsatz als gerechtfertigt zu bezeichnen, ist einfach nur Hohn. Banken und die Interessen der Finanzindustrie scheinen dieser Tage wunderbar geschützt zu werden, der Schutz der Bürger und Menschen Europas scheint dabei eher untergeordnet. Von deutschen Medien wünschte ich mir, dass sie mal etwas genauer hinschauen und anstatt Artikel mir lauter technischen Details zur Eurokrise im Minutentakt zu veröffentlichen. Bei einigen Artikeln fragt man sich wirklich, ob da jemand die Fakten auch überprüft oder nur die Agentur-Meldungen oder offiziellen Verlautbarungen mit veränderter Satzstruktur wiedergibt.
Generell sollte nicht vergessen werden, wer Schuld ist an der ganzen Krise: die Banken und Finanzindustrie. Außerdem sollte man sich fragen, warum die Menschen Europas mit ihren Rechten und ihrem Geld dafür bezahlen sollen, was die Banken angerichtet haben und nicht die Völker gegeneinander ausspielen.
Generell sollte nicht vergessen werden, wer Schuld ist an der ganzen Krise: die Banken und Finanzindustrie. Außerdem sollte man sich fragen, warum die Menschen Europas mit ihren Rechten und ihrem Geld dafür bezahlen sollen, was die Banken angerichtet haben und nicht die Völker gegeneinander ausspielen.




